Geburtsvorbereitung

Aktualisiert: 12. Juni 2020

Mit dem Begriff Geburtsvorbereitung werden verschiedene Kurse und Angebote für Frauen in der Schwangerschaft bezeichnet, die sie auf die Geburt körperlich, mental und psychisch vorbereiten sollen.

Kurse mit dieser Bezeichnung werden ab der 25. Schwangerschaftswoche empfohlen und üblicherweise von Hebammen angeboten. Die Kurse finden meist in einem Krankenhaus mit angeschlossener Entbindungsabteilung, in einer Hebammenpraxis oder in einem Geburtshaus statt.

Unter bestimmten Bedingungen ist auch Geburtsvorbereitung zu Hause mit der Hebamme möglich.



Typische Inhalte sind:

  • Bewegungsübungen

  • die Atemtechnik während der Geburt

  • Entspannungsübungen und Partnermassagen

  • der Verlauf der Schwangerschaft

  • Informationen zu unterschiedlichen Entbindungstechniken

  • Möglichkeiten der Schmerzlinderung bei der Geburt, z. B. Periduralanästhesie (PDA)

  • Stillen

  • Säuglingspflege – hierfür gibt es extra Kurse

  • Besuch des Kreißsaales und der Wochenstation oder des Geburtsraumes eines Geburtshauses

  • Beckenbodentraining

In der Regel werden Geburtsvorbereitungskurse für Paare angeboten, aber es gibt auch Kurse für Schwangere ohne Partner oder für Frauen, die bereits Kinder haben. In Kursen für Paare lernen auch die werdenden Väter, wie sie ihre Partnerin während der Schwangerschaft und bei der Geburt unterstützen können. In vielen Kursen werden Geburtsfilme gezeigt, damit die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine konkrete und realistische Vorstellung von der Geburt bekommen.


Unterschiedliche Schwerpunkte


Neben klassischen Geburtsvorbereitungskursen gibt es spezielle Angebote wie Schwangerschaftsgymnastik, Schwimmen, Yoga, Meditation und Bauchtanz für Schwangere.


Im Einklang mit dem Körper


Ein wichtiger Aspekt der Geburtsvorbereitung sind Übungen zur Körperwahrnehmung. Dabei geht es zunächst darum, die an der Geburt beteiligten weiblichen Organe wie den Muttermund und den Beckenboden zu erspüren und ihre Funktion während der Geburt zu verstehen. Im nächsten Schritt werden Techniken eingeübt, einzelne Muskelpartien gezielt anzuspannen und zu entspannen. Schwangere lernen auf diese Weise, wie sie den Geburtsvorgang durch Konzentration, Atmung und Entspannung fördern und für sich erleichtern können. Wer zum Beispiel gelernt hat, Entspannungstechniken anzuwenden, kann sich auch in der Stresssituation Geburt leichter entspannen, Verkrampfungen und Ängste abbauen und so auch das Schmerzempfinden beeinflussen.


Entscheidungshilfen


Zu einem Geburtsvorbereitungskurs gehören auch Informationen über die verschiedenen Geburtsorte (Klinik, Geburtshaus, Hausgeburt). Oft steht auch die Besichtigung eines Kreißsaals oder Entbindungszimmers auf dem Programm. Die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Gebärhaltungen und Möglichkeiten zur Schmerzlinderung werden besprochen, und es wird darüber informiert, welche Klinik welche Methoden anbietet. Dies kann Schwangeren und werdenden Eltern bei der Entscheidung helfen, wo und wie die Geburt stattfinden soll. Ob die Geburt dann tatsächlich nach den Wünschen der werdenden Eltern verlaufen kann, hängt allerdings nicht von nur von guter Vorbereitung ab. Sich darüber klar zu werden, dass auch vieles anders kommen kann als geplant, schützt vor zu hohen Erwartungen und Enttäuschungen.


Tipps für die Zeit nach der Geburt



Geburtsvorbereitungskurse befassen sich nicht nur mit Schwangerschaft und Geburt, sondern auch mit der ersten Zeit danach. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhalten Informationen und Tipps zum Wochenbett, zur Pflege des Neugeborenen und zum Stillen. Sie erfahren, wie sich der Körper der Mutter nach der Geburt erneut verändert und wie sich die beteiligten Organe zurückbilden. Zusätzlich werden Übungen zur Straffung der Bauch- und Beckenbodenmuskulatur gezeigt.

Geburtsvorbereitungskurse bieten die Möglichkeit, andere Schwangere und werdende Eltern kennenzulernen. Dies ist nicht nur wichtig für den Erfahrungsaustausch während der Schwangerschaft. Kontakte, die im Laufe des Kurses entstehen, lassen sich vielleicht über die Geburt hinaus aufrechterhalten. Dies kann Müttern und Vätern helfen, sich in ihrer neuen Situation als Eltern besser zurecht zu finden.


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